Aus- und Weiterbildung 4.0

Die digitale Bildung im dualen Ausbildungssystem steht in Deutschland noch am Anfang. Auch wenn Auszubildende, Berufsschullehrer und Ausbildungsleiter die Bedeutung neuer Lerntechnologien hoch einstufen, prägt das digitale Lernen bei Weitem noch nicht den Alltag in den Berufsschulen, überbetrieblichen Einrichtungen und Ausbildungsbetrieben. Dadurch wird viel Potenzial in der dualen Berufsausbildung vergeben. Denn Lernen mit neuen Medien schafft Flexibilität und einen erleichterten Zugang zu beruflicher Qualifizierung. Digitales Lernen bietet die Chance, jeden genau dort abzuholen, wo er steht und dorthin zu begleiten, wo er hinmöchte. Es ist eine attraktive Option, potenzielle Auszubildende anzusprechen und sie individualisiert zu qualifizieren. Dies gilt ganz besonders für Ausbildungsberufe, die unter Nachwuchsmangel leiden, eine heterogene Bewerberlage verzeichnen oder zunehmend komplexe und dezentrale Arbeitsabläufe zu bewältigen haben. Digitale Lerntechnologien erlauben eine engere und gleichzeitig flexiblere Kooperation zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Sie schaffen neue Möglichkeiten, um Theorie– und Praxisphasen zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb zu verzahnen. Sie unterstützen den informellen Wissensaustausch und eröffnen flexible und eigenständige Formen der Kompetenzentwicklung. Gutes digitales Lernen in der Berufsschule und im Betrieb kann allerdings nur gelingen, wenn Lehrkräfte und Ausbilder sich in der Anwendung digitaler Mittel sicher fühlen und ihre Möglichkeiten kennen. Daher müssen den Lehrkräften und Ausbildern im Rahmen ihrer Aus– und Fortbildung systematisch die notwendigen Kompetenzen vermittelt werden.